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    ownCloud vs OpenCloud: Was trennt die beiden Verwandten?

    Die Namen klingen ähnlich, und die Technik hat dieselben Wurzeln. Trotzdem stehen hinter ownCloud und OpenCloud heute verschiedene Unternehmen mit eigener Strategie. Bevor du dich entscheidest, solltest du außerdem wissen, welches ownCloud überhaupt gemeint ist.

    Zu den Kommentaren
    ownCloud vs OpenCloud: Was trennt die beiden Verwandten?
    KI-generiert mit OpenAI
    Kurz gesagt

    Technisch liegen OpenCloud und ownCloud Infinite Scale nah beieinander, einen klaren Sieger gibt es nicht. Den Ausschlag geben der Hersteller, die Editionen und dein Ausgangspunkt: Mit einer bestehenden ownCloud-Installation hast du andere Fragen zu klären als bei einem Neustart.

    Erst einmal: Welches ownCloud ist gemeint?

    Unter dem Namen ownCloud laufen zwei Produkte. Das klassische ownCloud 10, auch Classic genannt, ist eine PHP-Anwendung mit Datenbank. Der Hersteller pflegt es weiter und arbeitet an PHP 8.3, baut aber keine großen neuen Funktionen mehr ein. Das aktuelle Produkt ist ownCloud Infinite Scale, kurz oCIS, eine in Go geschriebene Plattform aus Microservices.

    OpenCloud knüpft an oCIS an, nicht an Classic. Laut eigenem Whitepaper basiert es auf einem Fork von Infinite Scale. Der sinnvolle Vergleich lautet daher OpenCloud gegen oCIS. Für Classic-Nutzer ist beides ein Generationswechsel.

    Wie es zur Trennung kam

    ownCloud gehört seit der Ende 2023 angekündigten Fusion zu Kiteworks. Anfang 2025 kündigte die Berliner Heinlein Gruppe an, den Code von oCIS als OpenCloud weiterzuentwickeln. Laut heise wechselten mehrere frühere ownCloud-Entwickler dorthin, und Kiteworks drohte mit rechtlichen Schritten. Im Mai 2026 hat Kiteworks ein Open Source Program Office für ownCloud eingerichtet, das Regeln für die Community festlegt und die bisherige Beitragsvereinbarung abschafft.

    ownCloud ist im Wandel

    Lizenzen, Governance und die Produktstrategie von ownCloud haben sich zuletzt mehrfach bewegt. Kiteworks spricht von einer Umstellung vieler Projekte auf Apache 2.0, für Classic gilt laut Repository aktuell noch die AGPL-3.0. Ein verbindliches Enddatum für Classic haben wir nicht einheitlich belegt gefunden. Frag bei Bedarf direkt beim Hersteller nach.

    ownCloud und OpenCloud nach denselben Kriterien

    Für die Tabelle gilt ownCloud Infinite Scale als Vergleichsbasis, Classic wird nur genannt, wo es einen Unterschied macht.

    ownCloud Infinite Scale und OpenCloud im Vergleich
    KriteriumownCloud (Infinite Scale)OpenCloud
    LizenzApache 2.0; stabile Builds von ownCloud teils mit EULA; Classic: AGPL-3.0Server unter Apache 2.0
    Architektur und DatenhaltungGo-Microservices, keine Datenbank, Daten und Metadaten auf POSIX-Speicher, Blobs optional in S3Go-Backend ohne Datenbank, Speichertreiber für POSIX und S3
    FunktionenSpaces, Teilen, Web-Oberfläche, Föderation per Open Cloud MeshSpaces, Versionen, Volltextsuche, Virenschutz
    ClientsWindows, macOS, Linux, Android, iOS; virtuelle Dateien am DesktopWindows, macOS, Linux, Android, iOS
    VerschlüsselungProduktseite nennt Verschlüsselung ohne DetailsTLS durchgängig; clientseitig laut Whitepaper erweiterbar, in Plänen als E2EE geführt
    Office-IntegrationCollabora Online, ONLYOFFICE, Microsoft Office Online ServerCollabora im Fokus, per WOPI auch ONLYOFFICE und Microsoft möglich
    Betrieb und AnforderungenLinux; 4 GB RAM als guter Startpunkt, ab 512 MB für einfache TestsLinux; 512 MB bis 10 Nutzer, 8 GB bis 1.000 Nutzer laut Doku
    Managed-AngeboteHersteller-Dienst ownCloud.online mit Hosting in DeutschlandSaaS über Partner, bislang wenige Anbieter

    Wo sich die Wege praktisch trennen

    Im täglichen Betrieb ähneln sich beide: keine Datenbank, Spaces als Arbeitsbereiche, Anmeldung per OpenID Connect. Die Unterschiede liegen eher im Umfeld. ownCloud nennt Microsoft Office Online Server ausdrücklich und bietet mit ownCloud.online einen eigenen Dienst an. Die Community Edition ist kostenlos und hat keine Nutzergrenze, kommerzielle Editionen starten bei 25 Nutzern.

    OpenCloud setzt stärker auf das Thema digitale Souveränität und die Berliner Heinlein Gruppe als Träger. Die Preise sind transparent: Die Pläne beginnen laut Hersteller bei 2 Euro pro Nutzer und Monat, die Beträge sind allerdings Beispielwerte. Beachte, dass Produktions- und LTS-Versionen zu den kommerziellen Plänen gehören.

    Da beide Codebasen seit 2025 getrennt weiterentwickelt werden, solltest du keine dauerhafte Kompatibilität voraussetzen. Eine Migration ist deshalb eigens zu planen und nicht einfach ein Austausch der Binärdatei.

    Entscheidungshilfe für deine Ausgangslage

    • Du nutzt ownCloud 10: Plane den Wechsel in Ruhe. ownCloud hat ein Migrationstool zu oCIS angekündigt, prüfe dessen Stand.
    • Du nutzt bereits oCIS: Ein Wechsel lohnt nur mit konkretem Grund, etwa Support oder Governance.
    • Du startest neu in der DACH-Region: Vergleiche beide im Test und entscheide nach Support und Partnernetz.
    • Du brauchst Microsoft Office Online Server: ownCloud nennt ihn ausdrücklich, bei OpenCloud solltest du die Anbindung testen.
    • Du willst nur buchen: Schau dir ownCloud Hosting und OpenCloud Hosting an und vergleiche die Verfügbarkeit in deinem Land.

    Wenn dir beide zu dateizentriert sind, lohnt ein Blick auf den Vergleich Nextcloud vs. ownCloud, der die ältere Abspaltung beschreibt. Einen ganz anderen Ansatz zeigt der Vergleich ownCloud vs Seafile. Stand der Angaben ist November 2026.

    Häufige Fragen

    Ist OpenCloud dasselbe wie ownCloud?

    Nein. OpenCloud ist ein eigenständiges Produkt der Heinlein Gruppe auf Basis eines Forks von ownCloud Infinite Scale. Trotz ähnlichem Namen gibt es keine gemeinsame Firma.

    Sind ownCloud-Clients mit OpenCloud kompatibel?

    Beide Projekte bieten eigene Apps an. Verwende die zum Server passenden Clients, statt dich auf die gemeinsame Herkunft zu verlassen.

    Wird ownCloud 10 eingestellt?

    Laut ownCloud wird Classic weiter gewartet, neue große Funktionen sind aber nicht geplant. Eine Kundenmitteilung von Kiteworks nannte Enddaten für ältere Versionen. Prüfe den aktuellen Stand für deine Version.

    Unser Urteil

    Wir vergeben hier bewusst keinen Sieger, weil sich beide Produkte erst auseinanderentwickeln und belastbare Langzeiterfahrungen fehlen.

    Fazit

    Die Herkunft ist gemeinsam, die Zukunft nicht. Bei der Technik gibt es derzeit wenig Trennendes, deshalb solltest du nach Vertrauen in den Träger, Support und Roadmap entscheiden. Wer von Classic kommt, muss ohnehin migrieren und kann beide Ziele gleichberechtigt testen.

    Quellen: ownCloud Infinite Scale ownCloud Infinite Scale: Voraussetzungen ownCloud Infinite Scale auf GitHub ownCloud Core auf GitHub ownCloud: Editionen und Preise ownCloud: PHP 8.3 für Classic ownCloud: Open Source Program Office ownCloud: Desktop-App OpenCloud: Produktseite OpenCloud auf GitHub OpenCloud: Systemanforderungen OpenCloud: Funktionen OpenCloud: Subscription und Support OpenCloud: Whitepaper Sicherheit OpenCloud: Collaboration Service OpenCloud: Whitepaper Benefits heise: Ex-ownCloud-Entwickler starten OpenCloud

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